Meine kleine Wildnis
Warum bei mir nicht alles weggeräumt wird
Totholz, Reisig, Laub und Steine – kleine Wildnis mit großem Wert
Wer einen Garten hat, kennt das: Bäume werden geschnitten, Sträucher zurückgenommen, im Herbst fällt jede Menge Laub an.
Vieles davon landet auf dem Häckselplatz oder in der Biotonne.
Bei mir darf ein großer Teil davon im Garten bleiben – ganz bewusst.
Alte Äste, Baumstubben, Reisig, Laub und Steine sind nämlich kein wertloser Abfall.
Daraus entstehen kleine Lebensräume für unzählige Gartenbewohner.
Aus Schnittgut wird ein Zuhause.
Wenn bei mir ein Baum geschnitten wird, muss das Holz nicht unbedingt den Garten verlassen. Dicke und krumme Äste kommen unten in meine Haufen, feineres Reisig darüber und Laub darf ruhig dazwischenfallen.
Dadurch entstehen Hohlräume, trockene und feuchte Stellen sowie geschützte Bereiche. Käfer, Asseln, Spinnen und viele andere Kleintiere finden darin Nahrung und Unterschlupf.
Das Holz vermodert langsam und wird irgendwann wieder zu wertvollem Humus.
Auch alte Baumstubben und Steine lasse ich deshalb gern liegen. Was für uns etwas unordentlich aussieht, kann für ein kleines Tier genau der richtige Rückzugsort sein.
Besonders wertvoll rund um meinen Naturteich
Bei mir kommt noch der Naturteich dazu. Dort leben Frösche, Libellen entwickeln sich im Wasser und immer wieder entdecke ich neue Bewohner.
Doch beispielsweise Frösche und Molche brauchen nicht nur Wasser. Auch geschützte, feuchte Bereiche an Land gehören zu ihrem Lebensraum.
Meine Reisig-, Totholz-, Laub- und Steinhaufen bieten dafür ideale Versteckmöglichkeiten. Und vielleicht schaut irgendwann sogar einmal eine Ringelnatter vorbei – über die würde ich mich ganz besonders freuen.
Die wichtigste Regel: einfach mal liegen lassen
Ein solcher Haufen muss nicht jedes Frühjahr wieder ordentlich gemacht werden.
Ganz im Gegenteil.
Er darf alt werden.
Äste zerfallen, Laub sackt zusammen, Pflanzen wachsen hinein und das Holz beginnt zu vermodern. Gerade dadurch wird der Lebensraum mit den Jahren immer interessanter.
Wenn neues Schnittgut anfällt, lege ich deshalb lieber etwas dazu, statt den alten Haufen auseinanderzunehmen.
So sieht es bei mir aus:
Mein Tipp an andere Gartenfreunde:
Man muss dafür nicht gleich den ganzen Garten verwildern lassen. Eine einzige ruhige Ecke reicht für den Anfang. Ein paar Äste, etwas Reisig, Laub und vielleicht einige Steine – und anschließend einfach einmal nichts tun.
Denn was wir gern als „Gartenabfall“ bezeichnen, ist für viele Tiere Wohnzimmer, Speisekammer, Kinderstube und Winterquartier zugleich.







